Rundreise Peloponnes (Teil 2): Gythio, Monemvasia und das Tor zur Mani

Hellas

09 Oktober 2026

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Rundreise Peloponnes (Teil 2): Gythio, Monemvasia und das Tor zur Mani

Im ersten Teil unserer Peloponnes-Reihe haben wir euch mit nach Nafplio, Epidavros und Mykene genommen. Jetzt geht es weiter Richtung Süden – dorthin, wo der Peloponnes rauer, ursprünglicher und für viele Reisende noch ein echter Geheimtipp ist.

Unsere Basis für die nächsten Tage: Gythio, die alte Hafenstadt am Lakonischen Golf. Und eines vorweg: Diese Ecke Griechenlands hat uns mehr überrascht, als wir erwartet hatten.

Dies ist Teil 2: Von Gythio aus haben wir die Strände der Umgebung erkundet, einen Tagesausflug in den Felsen von Monemvasia gemacht und einen ersten Blick auf die Mani geworfen. Begleitet uns auf diese zweite Etappe!

Und wer seine Peloponnes-Reise schon gebucht hat und gerade mitten in der Planung steckt: Am Ende des Artikels haben wir alle praktischen Tipps – Fahrzeiten, Parken und unsere Lieblingslokale – noch einmal kompakt zusammengefasst.

Tag 4: Zwei Stunden Richtung Süden – und „Feigen“, die keine sind

Nach dem Vormittag in Mykene gab es nur schnell einen Kaffee to go, dann ging es los. Rund zwei Stunden fährt man von Mykene nach Gythio. Die Strecke ist entspannt, und je weiter man nach Süden kommt, desto ruhiger und ländlicher wird es.

In Gythio hatten wir zuerst Hunger – und landeten im Δυόσμος Μεζεδοποτείο (Dyosmos). Ein Volltreffer: authentisch griechisch, herzlich und erfreulich günstig. Unser Highlight waren die μελωμένα «σύκα» – „Feigen“ mit einer Füllung aus zwei Käsesorten, Sesam und Honig. Echte Feigen sind übrigens gar nicht drin. Das Gericht heißt nur so, weil es wie eine Feige geformt ist. Dazu gab es einen sehr guten Wein aus der Region.

Übernachtet haben wir im Hotel Las (4 Sterne), direkt im Zentrum. Ein richtig gutes Komfort-Hotel, von dem aus man alles zu Fuß erreicht. Den Namen hat es übrigens nicht zufällig: Las war eine antike Stadt ganz in der Nähe, schon bei Homer erwähnt. Wir gehen davon aus, dass das Hotel seinen Namen daher ableitet.

Abends haben wir die Promenade entdeckt. Hier reiht sich Taverne an Taverne, dazwischen jede Menge Bars – und mittendrin das Leben einer echten griechischen Hafenstadt. Gythio war in der Antike der Hafen von Sparta. Direkt vor der Stadt liegt die kleine Insel Marathonisi, über einen Damm zu Fuß erreichbar. Der Legende nach verbrachten Paris und Helena hier ihre erste Nacht, bevor sie nach Troja flohen.

Unser Tipp: Wer spät abends mit dem Auto ankommt, braucht Geduld. Die Parkplatzsituation in Gythio ist dann ziemlich angespannt. Besser früher ankommen oder das Hotel nach Parkmöglichkeiten fragen.

Tag 5: Ein Abstecher, der unsere Pläne geändert hat

Der Tag begann mit einem sehr guten Frühstück im Hotel Las – viel Auswahl, nichts zu meckern. Danach sind wir ins Auto gestiegen und rund 40 Minuten nach Limeni gefahren, einem kleinen Ort in der Bucht unterhalb von Areopoli, schon mitten in der Mani.

Was soll ich sagen: Limeni hat uns so verzaubert, dass wir spontan drei Nächte dort gebucht haben. Und das nicht irgendwo – durch eine kurzfristige Stornierung wurde ein Zimmer im historischen Wohnhaus von Petrobey Mavromichalis frei, einem der großen Helden des griechischen Freiheitskampfes von 1821. Mehr dazu erzählen wir euch ausführlich im dritten Teil.

Den Nachmittag haben wir an den Stränden rund um Gythio verbracht. Zuerst ging es nach Skoutari, dann weiter nach Mavrovouni. Mavrovouni hat uns mehr überzeugt, also sind wir geblieben – zum Schwimmen und zum Essen.

Gegessen haben wir bei Demestika, Taverne und Beachbar in einem. Auf dem Tisch: Garnelen-Saganaki (eine riesige Portion mit sieben großen Garnelen), frittierter Tintenfisch, frische Pommes, Tirokafteri, ein Salat und ein halber Liter Wein. Zusammen haben wir dafür unter 50 Euro bezahlt. Im Vergleich zu den touristischen Hotspots ist das richtig fair.

Den Abend haben wir in Gythio im Señor ausklingen lassen. Eine Café-Bar, in der fast nur Griechen sitzen – für uns immer das beste Zeichen. Die Cocktails sind gut, die Stimmung entspannt.

Tag 6: Monemvasia – die Stadt mit dem einen Eingang

Von Gythio nach Monemvasia ist es rund eine Stunde. Die Straßen sind gut, an manchen Stellen etwas kurvig, aber völlig unproblematisch. Wir waren am frühen Vormittag da – und das können wir nur empfehlen.

Der Name sagt schon alles: „Moni emvasis“ bedeutet „einziger Zugang“. Die Stadt liegt auf einem gewaltigen Felsen im Meer, nur über einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Vom Ufer aus sieht man sie gar nicht. Erst wenn man durch das Stadttor geht, öffnet sich plötzlich eine ganze mittelalterliche Welt.

Wir haben zuerst die Kato Poli, die Unterstadt, erkundet: verwinkelte Gassen, Steinhäuser, kleine Läden und Cafés. Danach ging es hinauf in die Ano Poli, die Oberstadt. Der Aufstieg ist etwas schweißtreibend, lohnt sich aber unbedingt. Von überall hat man eine fantastische Aussicht. Oben wartet die byzantinische Kirche der Panagia Odigitria (heute meist Agia Sofia genannt) mit ihrer Kuppel und den Fresken – ein besonderer Ort.

Zwei Empfehlungen aus Monemvasia: das schöne Café Βαθύσφαιρο (Coffee & Cocktails) für eine Pause zwischendurch. Und das Museum von Giannis Ritsos. Der große griechische Dichter wurde in Monemvasia geboren, und das Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Unser Rat: Wer kann, sollte ein bis zwei Nächte in Monemvasia bleiben. Wenn die Tagesgäste weg sind, hat der Ort einen ganz eigenen Zauber. Wer nur einen Tag hat, plant so: vormittags Stadt und Museen, nachmittags in Ruhe essen und ab dem späten Nachmittag die goldene Stunde zum Fotografieren nutzen.

Zurück in Gythio (wieder etwa eine Stunde) haben wir spät zu Mittag gegessen, im Κρίταρμο (Kritarmo). Sehr gute Vorspeisen, eine kleine Fleischplatte mit Pita und als Highlight das Τυροπιτάρι – Tiropita mit Honig und Sesam. Den Tag haben wir im Roof Garden 360 auf dem Dach unseres Hotels beendet: ein Cocktail, der Blick über den Hafen, mehr braucht es nicht.

Tag 7: Abschied von Gythio, Ankunft in der Mani

Am Montag hieß es Koffer packen. Nach dem Check-out haben wir noch einen letzten Spaziergang durch Gythio gemacht – ein bisschen Wehmut war schon dabei. Dann ging es die vertraute Strecke nach Limeni.

Dort erst einmal ein Kaffee am Wasser, dann haben wir unser Zimmer im Hotel Mavromichalai bezogen und uns etwas ausgeruht. Am Nachmittag sind wir hinauf nach Areopoli gefahren und bis zum späten Abend geblieben. Es gab himmlische Loukoumades, später ein paar Cocktails, und die Turmhäuser der Mani im Abendlicht. Erst spät abends sind wir zurück nach Limeni.

Wie es sich anfühlt, im Haus eines Freiheitskämpfers zu wohnen, was Areopoli mit dem Jahr 1821 zu tun hat und was die Mani so besonders macht – davon erzählen wir in Teil 3 (Blogartikel folgt).

Für eure Planung: Gythio & Monemvasia kompakt

Ihr habt eure Peloponnes-Reise schon gebucht? Dann hier alles Wichtige auf einen Blick (Stand September 2026).

Ausflüge ab Gythio

Ziel Fahrzeit ab Gythio Zeitbedarf Unser Tipp
Monemvasia (Unter- und Oberstadt) ca. 1 Std. ganzer Tag oder 1–2 Nächte Früh kommen, Ritsos-Museum, goldene Stunde
Limeni & Areopoli (Mani) ca. 40 Min. halber Tag – oder gleich übernachten Mehr dazu in Teil 3
Strände Skoutari & Mavrovouni kurze Fahrt Badetag Mavrovouni mit Taverne Demestika

Unterwegs mit dem Auto

  • Von Mykene nach Gythio fährt man rund zwei Stunden, die Strecke ist entspannt.
  • Die Straße nach Monemvasia ist gut, stellenweise kurvig, aber völlig unproblematisch.
  • Parken in Gythio ist spät abends schwierig – lieber früher ankommen oder im Hotel nachfragen.
  • Drei Nächte in Gythio sind ideal als Basis für Monemvasia, die Strände und einen ersten Abstecher in die Mani.

Wo wir übernachtet haben

  • Hotel Las (4 Sterne, Gythio): komfortabel, zentral, sehr gutes Frühstück und eine Dachbar mit Aussicht

Wo wir gegessen und getrunken haben

  • Δυόσμος (Dyosmos), Gythio: authentisches Mezedopoleio, günstig – unbedingt die „Feigen“ probieren
  • Κρίταρμο (Kritarmo), Gythio: sehr gute Vorspeisen und Tiropita mit Honig und Sesam
  • Demestika, Mavrovouni: Taverne und Beachbar, große Portionen, faire Preise
  • Señor, Gythio: Café-Bar, in der sich die Griechen treffen
  • Roof Garden 360 (Hotel Las): Cocktail über den Dächern von Gythio
  • Café Βαθύσφαιρο, Monemvasia: Coffee & Cocktails in der Altstadt

Wie geht es weiter?

Gythio ist der perfekte Ausgangspunkt für den Süden des Peloponnes: lebendig, authentisch und noch nicht überlaufen. Von hier erreicht ihr Monemvasia, die Strände des Lakonischen Golfs und die Mani bequem mit dem Auto.

Im dritten Teil geht es dann richtig in die Mani: nach Limeni, Areopoli und in das Haus von Petrobey Mavromichalis. Bleibt dran!

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