Rundreise Peloponnes (Teil 1): Nafplio & Argolis

Hellas

08 Oktober 2026

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Rundreise Peloponnes (Teil 1): 4 Tage in Nafplio und der Argolis

Venezianische Festungen, die erste Hauptstadt des modernen Griechenlands und ein Theater, in dem man ein fallendes Geldstück noch in der letzten Reihe hört. Willkommen in Nafplio, dem perfekten Startpunkt für eine Rundreise über den Peloponnes.

Rund 18 Tage waren wir mit dem Mietwagen auf der Halbinsel unterwegs – von der Argolis über die Mani bis nach Messenien. Unsere Erlebnisse teilen wir in mehreren Etappen mit euch.

Dies ist Teil 1: vier Tage in Nafplio und Umgebung, mit Ausflügen nach Epidavros und Mykene. Begleitet uns auf diese erste Etappe!

Und wer seine Peloponnes-Reise schon gebucht hat und gerade mitten in der Planung steckt: Am Ende des Artikels haben wir alle praktischen Tipps – Eintrittspreise, Parken, Fahrzeiten und unsere Lieblingslokale – noch einmal kompakt zusammengefasst.

Tag 1: Ankunft in Nafplio

Unsere Reise beginnt mitten in der Nacht – um 3:00 Uhr klingelt der Wecker. Nach der Landung in Athen holen wir unseren Mietwagen bei Europcar ab und machen uns auf den Weg Richtung Peloponnes. Die Fahrt über die Autobahn ist entspannt, und spätestens wenn man den Kanal von Korinth überquert, fühlt es sich nach Urlaub an.

In Nafplio beziehen wir für drei Nächte das Hotel Rex, ein solides 3-Sterne-Haus in der Neustadt, nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Vom Balkon blicken wir direkt auf die Festung Palamidi hoch über der Stadt. Ein sympathisches Detail: die Minibar. Mineralwasser kostet hier 0,50 €, ein Bier 3 € – in vielen Hotels sieht das ganz anders aus. Und eine gute Nachricht für alle Selbstfahrer: Die Parkplatzsituation in Nafplio ist deutlich entspannter, als wir erwartet hatten.

Am Abend schlendern wir zum ersten Mal durch die Altstadt mit ihren venezianischen Fassaden, schmiedeeisernen Balkonen und Bougainvilleen. Zum Essen kehren wir in die Taverne Kakanarakis ein. Auf dem Tisch landen Soutzoukakia in Tomatensauce mit frischen Pommes und ein cremiges Pilzrisotto. Beides sehr gut, und preislich absolut in Ordnung. Nach dem langen Tag fallen wir früh und glücklich ins Bett – den ersten Eindruck von der Stadt haben wir, den Rest holen wir uns morgen.

Tag 2: Fischerdorf, Badeort und 8.000 Jahre Geschichte

Ausgeschlafen geht es heute raus aus der Stadt. Unser erstes Ziel ist Vivari (Βιβάρι), ein kleines Fischerdorf rund 15 Autominuten von Nafplio entfernt. Touristen verirren sich nur selten hierher – die Nafplier selbst dagegen kommen gerne, und zwar wegen der Fischtavernen direkt am Wasser. Der Strand besteht aus feinem Kies, das Wasser ist ruhig und klar. Wir lassen uns zum Essen nieder und verstehen sofort, warum die Einheimischen diesen Ort so schätzen.

Auf dem Rückweg legen wir einen kurzen Stopp in Tolo ein, etwa 15 bis 20 Minuten von Nafplio. Ehrlich gesagt: Tolo ist sehr touristisch und wenig ursprünglich. Dafür gibt es einen langen Sandstrand und jede Menge Infrastruktur – für Familien mit Kindern, die Liegen, Wassersport und Restaurants in Laufweite suchen, durchaus eine Option.

Zurück in der Stadt steht Kultur auf dem Programm: das Archäologische Museum Nafplio, direkt am zentralen Syntagma-Platz in einem venezianischen Bau aus dem frühen 18. Jahrhundert. Auf zwei Etagen reist man hier von der Jungsteinzeit bis in die Antike. Besonders berührt haben uns ein paar kleine Tonkännchen mit Ausguss – mykenische Babyfläschchen, über 3.000 Jahre alt. Daneben bronzene Speerspitzen, Glasperlen und Elfenbeinknöpfe aus Grabbeigaben. Ein weiteres Highlight ist ein Fußbodenfragment aus dem Palast von Tiryns (13. Jh. v. Chr.), auf dem noch heute die Umrisse von Delfinen zu erkennen sind. Und auch die berühmte bronzene Rüstung von Dendra ist hier zu Hause. Der Eintritt kostet 10 € – jeden Cent wert.

Am Abend wird es bodenständig: Im Souvlo Magkies (Σουβλο Μαγκιές) gibt es klassisches griechisches „Fast Food“ – Souvlaki vom Grill, Pita, Pommes mit Oregano, rote Zwiebeln. Einfach, ehrlich und in hervorragender Qualität.

Unser Tipp für den Sonnenuntergang: der Spazierweg rund um Arvanitia. Vom Hotel Rex sind es nur 7 bis 10 Minuten zu Fuß (mit dem Auto etwa 5). Der Weg führt am Fels entlang Richtung Abendsonne, und das Wasser in der kleinen Bucht ist so sauber, dass man hier mitten in der Stadt baden kann.

Tag 3: Palamidi und Epidavros

Der Tag beginnt süß: Frühstück gibt es bei Αλεύρι & Ζάχαρη („Mehl & Zucker“). Gestärkt geht es hinauf zur Festung Palamidi, die die Venezianer Anfang des 18. Jahrhunderts auf dem 216 Meter hohen Felsen über der Stadt errichtet haben. Wer sportlich ist, nimmt die berühmte Treppe mit ihren fast 1.000 Stufen – der Legende nach sind es genau 999. Wir gestehen: Wir sind mit dem Auto hochgefahren.

Oben erwartet uns eine weitläufige Anlage aus Bastionen, Mauern und Wehrgängen – und ein Ort, der jeden Griechen bewegt. Hier befindet sich die Zelle, in der Theodoros Kolokotronis, der legendäre Feldherr der Griechischen Revolution von 1821, ausgerechnet vom jungen griechischen Staat gefangen gehalten wurde. Die Aussicht über den Argolischen Golf, die Altstadt und das kleine Inselkastell Bourtzi ist schlichtweg grandios. Unbedingt festes Schuhwerk anziehen! Der Eintritt kostet 20 €, und der Parkplatz ist für die Größe der Anlage recht klein – früh kommen lohnt sich.

Am Mittag fahren wir in rund 20 Minuten über sehr gut ausgebaute Straßen nach Epidavros. Und schnell wird klar: Epidavros ist so viel mehr als „nur“ ein Theater. Natürlich ist das antike Theater aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. der Star – und ja, die Akustik ist wirklich so beeindruckend, wie alle sagen. Ein Flüstern in der Mitte der Orchestra ist bis in die obersten Reihen zu hören. Probiert es aus! Mindestens genauso spannend ist das Asklepieion, das Heiligtum des Heilgottes Asklepios. Hier pilgerten in der Antike Kranke aus der ganzen griechischen Welt hin, um Heilung zu finden. Das kleine Museum zeigt eindrucksvolle Fundstücke aus dem Heiligtum. Der Eintritt kostet 20 €, es gibt einen großen Parkplatz und eine Cafeteria. Für eine ausführliche Besichtigung solltet ihr rund 2,5 Stunden einplanen.

Eigentlich wollten wir heute auch noch nach Mykene. Aber nach zwei so intensiven Stationen gönnen wir uns lieber eine Kaffeepause in Nafplio und verschieben Mykene auf morgen. Auch das gehört zum Reisen: nicht alles in einen Tag pressen.

Am Abend fahren wir zum Neo Vyzantio, etwa 10 Minuten vom Hotel entfernt und außerhalb der Altstadt. Ein Mezedopoleio und eine Fischtaverne, wie man sie sich wünscht: authentisch, frisch und voller Einheimischer. Zum Abschluss gibt es ein Eis bei Koustenis – eine Institution in Nafplio – und eine letzte Runde durch die beleuchteten Gassen der Altstadt, um noch ein paar Souvenirs zu besorgen.

Tag 4: Abschied von Nafplio – auf den Spuren Agamemnons

Heute heißt es Koffer packen. Wir checken im Hotel Rex aus, und nach nur 25 Minuten Fahrt stehen wir vor den Mauern von Mykene. Hier, so erzählt es Homer, herrschte König Agamemnon, der die Griechen in den Trojanischen Krieg führte.

Durch das berühmte Löwentor betreten wir die Burg und spazieren zwischen den Resten des Palastes und den Gräberrunden bergauf. Von oben reicht der Blick weit über die Ebene der Argolis. Ein paar Minuten unterhalb liegt das sogenannte „Grab des Agamemnon“ (auch Schatzhaus des Atreus), ein gewaltiges Kuppelgrab, dessen Innenraum einen wirklich ehrfürchtig werden lässt. Das archäologische Museum vor Ort rundet den Besuch ab. Ein Ticket für 20 € gilt für alle drei Bereiche.

Unsere Tipps für Mykene: festes Schuhwerk, je nach Jahres- und Tageszeit unbedingt Sonnenschutz und vor allem früh da sein. Ab dem späten Vormittag rollen die Reisebusse an und es wird schnell voll.

Mit einem Kaffee to go in der Hand verlassen wir die Argolis und fahren rund zwei Stunden Richtung Süden. Unser nächstes Ziel: die Hafenstadt Gythio, das Tor zur wilden Mani. Was wir dort erlebt haben, lest ihr in Teil 2 (Blogartikel folgt).

Für eure Planung: Nafplio & Argolis kompakt

Ihr habt eure Peloponnes-Reise schon gebucht? Dann hier alles Wichtige auf einen Blick (Preise Stand September 2026).

Sehenswürdigkeiten

Ziel Fahrzeit ab Nafplio Eintritt Zeitbedarf Unser Tipp
Archäologisches Museum Nafplio zu Fuß, im Zentrum 10 € ca. 1,5 Std. Fußboden mit Delfinen aus Tiryns
Festung Palamidi ca. 5 Min. Auto oder ca. 1.000 Stufen 20 € ca. 1,5 Std. Festes Schuhwerk, Parkplatz klein
Epidavros (Theater, Asklepieion, Museum) ca. 20 Min. 20 € ca. 2,5 Std. Akustik in der Orchestra testen
Mykene (Burg, Grab des Agamemnon, Museum) ca. 25 Min. 20 € (Kombiticket) ca. 2,5 Std. Früh da sein, Sonnenschutz

Unterwegs mit dem Auto

  • Ein Mietwagen ist für die Argolis ideal. Die Straßen sind sehr gut, alle Ausflüge liegen in 15 bis 25 Minuten Entfernung.
  • Parken in Nafplio war für uns unkompliziert. Am Palamidi dagegen ist der Parkplatz knapp, in Epidavros groß.
  • Vier Tage bzw. drei Nächte in Nafplio sind ideal, um die Stadt und die großen Ausgrabungen ohne Hektik zu sehen.

Wo wir gegessen haben

  • Kakanarakis (Altstadt): klassische Taverne, sehr gut und fair im Preis
  • Souvlo Magkies: Souvlaki und Pita in Top-Qualität
  • Neo Vyzantio (etwas außerhalb der Altstadt): authentisches Mezedopoleio mit gutem Fisch
  • Fischtavernen in Vivari (ca. 15 Min. mit dem Auto): da, wo die Nafplier selbst Fisch essen
  • Αλεύρι & Ζάχαρη: für das Frühstück
  • Koustenis: das Eis zum Abschluss des Abends

Insider-Tipps von unserer Freundin aus Nafplio

Wer länger bleibt, dem legen wir die Empfehlungen einer Freundin ans Herz, die in Nafplio lebt:

  • Fisch: Arapakos in der Stadt oder die Psaropoula tou Valsami in Nea Kios
  • Pizza: Carreras
  • Ausgefallenere Küche: Kollegas
  • Fleisch: T’Alonia (außerhalb, nur mit Auto) oder Stavlos mitten in Nafplio
  • Café/Bar: „Mavros Gatos“ (Schwarzer Kater)
  • Baden: Karathona liegt direkt bei der Stadt. Schöner sind laut unserer Freundin Kantia oder Agios Nikolaos, die man mit dem Auto erreicht – ganz in der Nähe von Vivari.
  • Erleben: mit dem Auto hinauf zur Akronafplia beim Uhrturm fahren und zum Bourtzi, wo es inzwischen Bootsausflüge und ein neues Café gibt.

Wie geht es weiter?

Nafplio hat uns den Einstieg in den Peloponnes leicht gemacht: eine Stadt zum Verlieben, große Geschichte in jeder Richtung und Tavernen, in denen man noch wie bei Einheimischen isst. Als Basis für die ersten Tage einer Rundreise können wir sie jedem nur empfehlen.

Doch die Reise hat gerade erst begonnen. In den nächsten Teilen nehmen wir euch mit nach Gythio und Monemvasia, in die steinernen Turmdörfer der Mani – wo wir sogar im Haus eines berühmten Freiheitskämpfers übernachtet haben – und weiter nach Messenien. Bleibt dran!

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