Der Tag beginnt süß: Frühstück gibt es bei Αλεύρι & Ζάχαρη („Mehl & Zucker“). Gestärkt geht es hinauf zur Festung Palamidi, die die Venezianer Anfang des 18. Jahrhunderts auf dem 216 Meter hohen Felsen über der Stadt errichtet haben. Wer sportlich ist, nimmt die berühmte Treppe mit ihren fast 1.000 Stufen – der Legende nach sind es genau 999. Wir gestehen: Wir sind mit dem Auto hochgefahren.
Oben erwartet uns eine weitläufige Anlage aus Bastionen, Mauern und Wehrgängen – und ein Ort, der jeden Griechen bewegt. Hier befindet sich die Zelle, in der Theodoros Kolokotronis, der legendäre Feldherr der Griechischen Revolution von 1821, ausgerechnet vom jungen griechischen Staat gefangen gehalten wurde. Die Aussicht über den Argolischen Golf, die Altstadt und das kleine Inselkastell Bourtzi ist schlichtweg grandios. Unbedingt festes Schuhwerk anziehen! Der Eintritt kostet 20 €, und der Parkplatz ist für die Größe der Anlage recht klein – früh kommen lohnt sich.
Am Mittag fahren wir in rund 20 Minuten über sehr gut ausgebaute Straßen nach Epidavros. Und schnell wird klar: Epidavros ist so viel mehr als „nur“ ein Theater. Natürlich ist das antike Theater aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. der Star – und ja, die Akustik ist wirklich so beeindruckend, wie alle sagen. Ein Flüstern in der Mitte der Orchestra ist bis in die obersten Reihen zu hören. Probiert es aus! Mindestens genauso spannend ist das Asklepieion, das Heiligtum des Heilgottes Asklepios. Hier pilgerten in der Antike Kranke aus der ganzen griechischen Welt hin, um Heilung zu finden. Das kleine Museum zeigt eindrucksvolle Fundstücke aus dem Heiligtum. Der Eintritt kostet 20 €, es gibt einen großen Parkplatz und eine Cafeteria. Für eine ausführliche Besichtigung solltet ihr rund 2,5 Stunden einplanen.
Eigentlich wollten wir heute auch noch nach Mykene. Aber nach zwei so intensiven Stationen gönnen wir uns lieber eine Kaffeepause in Nafplio und verschieben Mykene auf morgen. Auch das gehört zum Reisen: nicht alles in einen Tag pressen.
Am Abend fahren wir zum Neo Vyzantio, etwa 10 Minuten vom Hotel entfernt und außerhalb der Altstadt. Ein Mezedopoleio und eine Fischtaverne, wie man sie sich wünscht: authentisch, frisch und voller Einheimischer. Zum Abschluss gibt es ein Eis bei Koustenis – eine Institution in Nafplio – und eine letzte Runde durch die beleuchteten Gassen der Altstadt, um noch ein paar Souvenirs zu besorgen.