Rundreise Peloponnes (Teil 4): Westliche Mani

Hellas

05 November 2026

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Rundreise Peloponnes (Teil 4): Westliche Mani, Kitries und Kalamata

Feiner Sand in Stoupa, ein eigener kleiner Strand vor der Haustür und eine Stadt, die viel mehr ist als nur ein Flughafen. Willkommen in Messenien, auf der grünen Seite der Mani.

Nach den ruhigen Tagen in Limeni haben wir für die letzte Woche unserer Reise bewusst einen Ort zum Durchatmen gesucht: baden, entspannen, ein bisschen arbeiten – und abends in die Stadt. Gefunden haben wir ihn in Kitries, einer kleinen Bucht rund 25 Minuten von Kalamata entfernt.

Dies ist Teil 4 und damit der Abschluss unserer Peloponnes-Reihe: mit Kardamyli, Stoupa und Kalogria, unserem Geheimtipp in Kitries und vielen Abenden in Kalamata. Kommt mit nach Messenien!

Und wer seine Reise schon gebucht hat und mitten in der Planung steckt: Am Ende des Artikels findet ihr wie gewohnt alle praktischen Tipps kompakt zusammengefasst – plus einen kleinen Rückblick auf die gesamte Rundreise.

Kardamyli und ein Badestopp am Foneas

Schon auf der Fahrt von Areopoli nach Norden merkt man, wie sich die Mani verändert. Die kargen Steinhänge weichen Olivenhainen, Zypressen und üppigem Grün. Die Griechen sprechen hier von der Έξω Μάνη, der „äußeren Mani“.

Erster Halt ist Kardamyli. Das Dorf hat schöne kleine Geschäfte, in denen man gerne stöbert, und ein für seine Größe erstaunliches kulturelles Angebot – unter anderem ein kleines internationales Jazzfestival. Unser Tipp für eine Pause: Setzt euch an die schöne Platia, den Dorfplatz, und bestellt ein Stück Galatopita. Den cremigen Milchkuchen hatten wir schon in Areopoli lieben gelernt – hier in Kardamyli war er mindestens genauso lecker.

Kein Wunder, dass sich hier schon viele in die Gegend verliebt haben. Der bekannteste von ihnen: der britische Schriftsteller Patrick Leigh Fermor, der bis zu seinem Tod in Kardamyli lebte und mit seinem Buch über die Mani viele Reisende erst auf diese Region aufmerksam gemacht hat.

Zum Baden ist Kardamyli nur bedingt die erste Wahl, der Strand besteht überwiegend aus grobem Kies. Unser Tipp: Fahrt weiter Richtung Stoupa und legt einen Stopp am Foneas-Strand ein. Auch hier liegt grober Kies, aber die kleine, von Felsen eingerahmte Bucht mit ihren Höhlen und dem glasklaren Wasser ist einer der schönsten Badeplätze der ganzen Küste.

Stoupa und Kalogria: Sand, Zorbas und Kazantzakis

Wer in der Mani einen echten Sandstrand sucht, wird in Stoupa fündig. Der Strand ist sehr fein, davor verläuft eine Promenade mit Tavernen, Cafés und Strandbars. Direkt nebenan liegt der Kalogria-Strand, ebenfalls mit feinem Sand und glasklarem Wasser, aber etwas ruhiger und mit weniger Gastronomie.

Kalogria hat außerdem eine Geschichte, die viele Besucher gar nicht kennen: Im Jahr 1917 lebte hier der Schriftsteller Nikos Kazantzakis gemeinsam mit einem gewissen Georgios Zorbas. Die beiden betrieben im nahen Prastova ein Braunkohle-Bergwerk – das Geschäft scheiterte, doch die Freundschaft wurde unsterblich. Aus diesen Monaten entstand später der Roman „Alexis Sorbas“, und spätestens seit der Verfilmung mit Anthony Quinn kennt die ganze Welt den Sirtaki tanzenden Lebenskünstler. Das Haus, in dem die beiden wohnten, steht noch heute am Strand – es ist in Privatbesitz und nur von außen zu sehen.

Ein ehrliches Wort zur Reisezeit: Im Hochsommer ist Stoupa sehr voll. Im September war es dagegen angenehm. Ein Liegen-Set kostet je nach Bar und Strandabschnitt zwischen 10 und 20 Euro.

Unser Geheimtipp: Eine Woche mit eigenem Strand

Für die letzte Woche hatten wir einen klaren Plan: Baden und Entspannen – und weil ich zwischendurch auch etwas arbeiten wollte, sollte es diesmal ein bisschen mehr Platz sein als ein klassisches Hotelzimmer.

Über einen unserer Partner, der dort seine Ferienwohnung vermietet, haben wir ein echtes Schnäppchen gemacht: eine 80 Quadratmeter große Wohnung, so eingerichtet, dass sie für uns keine Wünsche offen gelassen hat – und dank Saisonende zu einem wirklich guten Preis. Von der Terrasse blickt man über den Messenischen Golf, und abends gibt es den Sonnenuntergang gratis dazu.

Das Beste daran: Zur Wohnung gehört ein eigener kleiner Strand. Man erreicht ihn über einen Zugang direkt vom Haus aus, ansonsten kommt man nur übers Wasser dorthin. Das Ergebnis: Ruhe, klares Wasser und ein Stück Küste fast ganz für uns allein. Morgens ein paar Bahnen schwimmen, mittags im Schatten am Laptop, nachmittags wieder ins Meer – besser kann man eine Rundreise nicht ausklingen lassen.

Ihr wollt wissen, wo genau das ist? Diese Unterkunft behalten wir als Geheimtipp – fragt einfach bei uns im Reisebüro nach, wir vermitteln sie euch gerne.

Kitries: Eine Bucht, ein paar Tavernen und O Mimis

Kitries ist ein sehr ruhiger Ort. Im Grunde besteht er aus einer kleinen Badebucht, ein paar Fischerbooten und drei, vier Tavernen direkt am Wasser. Von unserer Wohnung aus führt ein alter Steinpfad zwischen Olivenbäumen hinunter ins Dorf – ein kurzer Spaziergang, der jedes Mal Lust aufs Abendessen macht. Die nächsten größeren Orte erreicht ihr in rund fünf Minuten mit dem Auto, für Einkäufe ist also gesorgt.

Unsere Stammtaverne wurde O Mimis: Tische fast am Wasser, ein altes Fischerboot als Deko und ehrliche griechische Küche. Probiert unbedingt Gavros marinatos – in Essig und Olivenöl marinierte Sardellen, ein Klassiker zum Ouzo – und eine Portion Horta, gekochtes Wildgemüse mit Zitrone und Olivenöl. Klingt unscheinbar, gehört aber für viele Griechen zu einem guten Essen einfach dazu.

Ebenfalls sehr gut gegessen haben wir in der Taverne Gaitanaros. Zwei richtig gute Tavernen in einem so kleinen Ort – mehr braucht es für eine entspannte Woche am Meer nicht.

Und wenn die Sonne hinter den Bergen auf der anderen Seite des Golfs versinkt, wisst ihr, warum wir diesen Ort für die letzte Woche gewählt haben.

Kalamata: Viel mehr als Oliven

Viele kennen Kalamata nur vom Flughafen oder vom Olivenglas. Dabei ist die zweitgrößte Stadt des Peloponnes eine lebendige, moderne Stadt mit Studenten, Cafés und einer schönen Altstadt. Von Kitries aus sind es nur rund 25 Minuten, und wir waren fast jeden Tag dort.

Kalamata bietet alles, was man nach ein paar ruhigen Tagen am Meer zu schätzen weiß: Ausgehmöglichkeiten, gute Gastronomie, Geschäfte und eine Menge Cafés. Rund um den großen zentralen Platz und die Fußgängerzone sitzen abends gefühlt halb Kalamata und die Hälfte der Nachbardörfer. Entlang der Navarinou-Straße erstreckt sich ein langer Stadtstrand mit Promenade, Strandbars und Restaurants – ideal für einen Sundowner.

Ein Stück Revolutionsgeschichte: In der Altstadt steht die kleine byzantinische Kirche der Agioi Apostoloi. Hier wurde am 23. März 1821 mit einem Dankgottesdienst die Befreiung Kalamatas gefeiert, einer der ersten Erfolge der Griechischen Revolution. Mit dabei war übrigens auch ein alter Bekannter aus Teil 3: Petrobeis Mavromichalis. Ganz in der Nähe erinnert eine Büste an Papaflessas (Grigorios Dikaios, 1788–1825), den streitbaren Mönch und Freiheitskämpfer, der 1825 im Kampf gegen Ibrahim Pascha fiel. Wer tiefer in die Geschichte der Region eintauchen möchte, besucht das Archäologische Museum Messeniens in der Altstadt.

Streetart: Wer mit offenen Augen durch die Stadt läuft, entdeckt an vielen Ecken großformatige Wandbilder. Einer der bekanntesten Künstler der Stadt ist Skitsofrenis – sein Charlie Chaplin mit dem Zitat „We think too much and feel too little“ auf Englisch und Griechisch hat uns besonders gefallen. Und Kalamata kann noch mehr: 2025 wurde ein riesiges Wandbild von Maria Callas (von dem Künstler KLE) bei den internationalen Street Art Cities Awards zum besten Wandbild der Welt gekürt.

Auch sonst zeigt sich die Stadt modern: Im Park sind wir an einem „Solarbaum“ vorbeigekommen, an dem man unter Solarpaneelen sitzen und sein Handy aufladen kann.

Essen in Kalamata: Souvlaki, Souvlaki – und Pizza

Unser erster kulinarischer Tipp für Kalamata heißt Nikita. Seit 1969 steht dieser Name in der Stadt für „das“ griechische Fast Food. Ihr findet den Laden etwa fünf Minuten zu Fuß vom historischen Zentrum entfernt, etwas versteckt – man muss ihn ein bisschen suchen, aber es lohnt sich.

Wichtig zu wissen: Bei Nikita gibt es ausschließlich Schweine-Souvlaki. Kein Hähnchen, keine vegetarische Variante. Dafür eine große Auswahl an Salaten und Dips, sauber gegrilltes Fleisch und einen vernünftigen Preis. Dazu ein kühles Kalamata Lager – so schmeckt Messenien.

Ihr könnt nicht genug bekommen? Dann probiert auch das Souvlaki bei Tzimis – ebenfalls sehr gut und ein schöner Vergleich, denn in Kalamata nimmt man die Frage nach dem besten Souvlaki der Stadt durchaus ernst.

Und wer nach ein paar Tagen griechischer Küche Lust auf etwas anderes hat: Richtig gute Pizza mit knusprigem Rand gibt es bei Farena Pizza.

Abschied: Rückflug ab Kalamata

Am letzten Tag haben wir uns den Abschied so schön wie möglich gemacht: Vormittags ging es noch einmal ins Meer, danach nach Kalamata für die letzten Einkäufe – Olivenöl, Oliven und ein paar Mitbringsel müssen einfach mit. Und dann ab zum Flughafen.

Der Flughafen Kalamata (KLX) liegt rund 45 Minuten von Kitries entfernt. Er ist klein und sieht ein bisschen so aus, als wäre die Zeit in den frühen 2000ern stehen geblieben – aber das ist vollkommen in Ordnung. Wege sind kurz, alles ist überschaubar, und lange Schlangen gibt es nicht.

Gut zu wissen: Nonstop-Flüge ab Kalamata gibt es bis Ende November. Wer also im Herbst noch die Nachsaison genießen möchte, kommt bequem ohne Umsteigen hin und zurück.

Warum Messenien und die Mani gerade im Herbst so schön sind

Wir waren Ende September und Anfang Oktober unterwegs – und können euch die Nachsaison hier wirklich ans Herz legen:

  • Das Meer ist noch warm. Nach dem langen Sommer hat das Wasser bis in den Oktober hinein angenehme Badetemperaturen.
  • Weniger Trubel. Stoupa, Kardamyli und die kleinen Buchten gehören dann wieder eher den Einheimischen.
  • Wanderwetter. Die Wege rund um Kardamyli, etwa in die Viros-Schlucht und hinauf in die Bergdörfer am Taygetos, sind im Sommer zu heiß – im Herbst dagegen ideal.
  • Olivenzeit. Ab Ende Oktober beginnt die Olivenernte. Überall liegen Netze unter den Bäumen, und vielerorts könnt ihr frisches Öl probieren.
  • Das Licht. Die tiefer stehende Sonne taucht Steinhäuser und Olivenhaine am späten Nachmittag in warme Farben – und die Sonnenuntergänge über dem Messenischen Golf sind kaum zu überbieten.

Rückblick: Unsere Peloponnes-Rundreise auf einen Blick

Wenn wir auf die Reise zurückblicken, dann ist es vor allem die Vielfalt, die den Peloponnes ausmacht. Auf vergleichsweise kurzen Strecken erlebt ihr:

  • Nafplio – elegante Altstadt, Palamidi-Festung, Arvanitia bei Sonnenuntergang und das Fischerdorf Vivari ganz in der Nähe
  • Epidavros & Mykene – Antike, wie man sie aus Schulbüchern kennt, nur viel eindrucksvoller
  • Gythio & Monemvasia – lebendige Hafenpromenade und eine der schönsten Burgstädte Griechenlands
  • Limeni & Areopoli – Turmhäuser, Geschichte des Freiheitskampfes und Wasser in unglaublichen Farben
  • Westliche Mani, Kitries & Kalamata – grüne Küste, feine Sandstrände, Ruhe am eigenen Strand und eine lebendige Stadt

Unser Fazit: Der Peloponnes ist kein Ziel, das man „abhakt“. Er ist eine Region, in die man zurückkommt – und jedes Mal etwas Neues entdeckt.

Für eure Planung: Westliche Mani & Kalamata kompakt

Ihr habt eure Peloponnes-Reise schon gebucht? Dann hier alles Wichtige auf einen Blick.

Anreise & Unterwegs

  • Der Flughafen Kalamata (KLX) liegt ideal für Messenien und die westliche Mani, von Kitries sind es rund 45 Minuten. Nonstop-Flüge gibt es bis Ende November. Unser Tipp für die Rundreise: in Athen landen und ab Kalamata zurückfliegen – so spart ihr euch die lange Rückfahrt nach Athen.
  • Ein Mietwagen ist unverzichtbar. Die Küstenstraße zwischen Kardamyli, Stoupa und Kalamata ist kurvenreich – plant lieber etwas mehr Zeit ein.
  • Von Kitries nach Kalamata sind es rund 25 Minuten, in die nächsten Orte etwa 5 Minuten.

Übernachten

  • Für eine Woche Baden und Entspannen lohnt sich eine Ferienwohnung mit etwas mehr Platz. Gegen Saisonende gibt es oft sehr gute Preise.
  • Unseren Geheimtipp mit eigenem Strand in Kitries vermitteln wir euch gerne – fragt einfach bei uns nach.

Baden

  • Stoupa & Kalogria: feiner Sand, Liegen-Set ca. 10–20 €
  • Foneas: grober Kies, dafür eine spektakuläre Bucht mit Höhlen
  • Kardamyli: überwiegend grober Kies, Badeschuhe schaden nicht
  • Kalamata: langer Stadtstrand entlang der Navarinou-Straße

Wo wir gegessen haben

  • Platia (Kardamyli): Galatopita am Dorfplatz
  • O Mimis (Kitries): Taverne am Wasser, Gavros marinatos und Horta probieren
  • Gaitanaros (Kitries): sehr gute Taverne, unsere zweite Wahl im Ort
  • Nikita (Kalamata): Souvlaki seit 1969, nur Schwein, dafür richtig gut – dazu ein Kalamata Lager
  • Tzimis (Kalamata): ebenfalls sehr gutes Souvlaki
  • Farena Pizza (Kalamata): wenn es mal keine griechische Küche sein soll

Unser Tipp: Wohnt ruhig am Meer und fahrt abends nach Kalamata. So habt ihr tagsüber Erholung und abends Stadtleben – die perfekte Mischung für die letzte Woche einer Rundreise.

Wie geht es weiter?

Damit endet unsere Peloponnes-Reihe – aber sicher nicht unsere Liebe zu dieser Region. Von den Festungen Nafplios über die Turmhäuser der Mani bis zum Sonnenuntergang über dem Messenischen Golf: Der Peloponnes hat uns auf jeder Etappe aufs Neue überrascht.

Ihr habt den vorherigen Teil verpasst? Dann lest hier, wie wir ein paar ruhige Tage in Limeni und Areopoli verbracht haben.

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